Jūzō Itami

Juzo Itami (jap. 伊丹十三, Itami Jūzō; eigentlich Yoshihiro Ikeuchi; * 15. Mai 1933 in Kyoto; † 20. Dezember 1997 in Tokio) war ein japanischer Schauspieler und Filmregisseur.

Itami war der Sohn des Regisseurs Mansaku Itami. In den 1960er Jahren wurde er als Schauspieler in 55 Tage in Peking neben Ava Gardner und Charlton Heston und in mehreren japanischen Filmen bekannt. 1984 gewann er den Hochi Film Award und den Kinema Junpo Award für verschiedene Nebenrollen. Ab diesem Jahr betätigte er sich auch als Regisseur. Seine erste Regiearbeit war die Komödie Beerdigungszeremonie mit Tsutomu Yamazaki und Nobuko Miyamoto in den Hauptrollen. Der Film gewann zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem erhielt Itami für Beerdigungszeremonie Japanese Academy Awards in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch.
Von 1969 bis zu seinem Tod war er mit der japanischen Schauspielerin Nobuko Miyamoto verheiratet, die auch in fast all seinen Filmen die Hauptrolle spielte.
Juzo Itami stürzte am 20. Dezember 1997 aus dem achten Stock des Gebäudes, in dem er arbeitete. Im Vorfeld wurde ihm von der Presse eine Affäre mit einer 26 Jahre alten Schauspielerin nachgesagt. Er hinterließ angeblich eine Notiz, worin er diese Affäre verneinte, und erklärte, nur der Freitod könne seine Unschuld beweisen. Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete Itami an einem Film, in dem es um die angeblichen Verwicklungen zwischen der Soka Gakkai und der Yakuza gehen sollte. Einige Stimmen behaupten deshalb, die Yakuza habe ihn ermordet und den Mord als Selbstmord getarnt. Diese Verschwörungstheorie wird durch die Tatsache unterstützt, dass Itami wegen seines Films Minbo Schwierigkeiten mit der japanischen Mafia bekam und einmal sogar von bestellten Schlägern zusammengeschlagen wurde.

Trollkyrka

Die Trollkyrka (Trollkirche) ist ein abgeschiedener Fels im Herzen des schwedischen Nationalparks Tiveden. Er diente als heidnische Opferstätte (horgr, harg, siehe auch Hag). Die Trollkirche könnte bis ins 19. Jahrhundert hinein in Benutzung gewesen sein, bis dahin jedenfalls galt der Berg als für Christen tabu.
Nach H. Lidman (Gudanatt. 1972) ging die Sage unter alten Leuten, dass „Christen nicht hierher gehen könnten. Die Berge der ‚Trollkirche‘ gehörten den heidnischen Trollen. Sollte ein Christ sich hierher wagen, würde er Schaden nehmen.“
Lokaler Tradition ist tatsächlich zu entnehmen, dass der Berg bis vor kurzer Zeit für heidnische Rituale in Gebrauch gewesen ist und dass jeder, der die Rituale ungebeten beobachtete, entweder in einem Loch im Wald eingegraben oder in die verschworene Gemeinschaft aufgenommen wurde. Diese Vorsichtsmaßnahmen belegen, dass die Rituale bis in die Zeit um 1604–1735 stattgefunden haben müssen, einer Zeit, in der solcherlei Rituale mit der Todesstrafe belegt waren.
Die Rituale werden in einem folkloristischen Gedicht beschrieben, welches durch den Folkloristen Carlshult (* 1941) im Zuge seiner Forschungen über die Skaga-Kirche dokumentiert wurde. Es wurde später durch Karlsson und Lidman publiziert:
58.71666666666714.616666666667Koordinaten: 58° 43′ 0″ N, 14° 37′ 0″ O

Kitsap County

Kitsap County ist ein County im Bundesstaat Washington der Vereinigten Staaten mit 231.969 Einwohnern. Der Sitz der Countyverwaltung (County Seat) befindet sich in Port Orchard.

Das County hat eine Fläche von 1466 Quadratkilometern; davon sind 440 Quadratkilometer (30,04 Prozent) Wasserfläche.
Das Kitsap County wurde am 16. Januar 1857 aus Teilen des King Countys und des Jefferson Countys gebildet. Benannt wurde es nach Chief Kitsap, einem Anführer der Suquamish.
1900–1990 2000
Nach der Volkszählung im Jahr 2000 lebten im County 231.969 Menschen. Es gab 86.416 Haushalte und 61.355 Familien. Die Bevölkerungsdichte betrug 226 Einwohner pro Quadratkilometer. Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 84,27 % Weißen, 2,87 % Afroamerikanern, 1,62 % Indianern, 4,39 % Asiatischen Amerikanern, 0,78 % Pazifischen Insulanern und 1,43 % aus anderen ethnischen Gruppen; 4,64 % stammten von zwei oder mehr ethnischen Gruppen ab. 4,14 % der Bevölkerung waren spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.
Von den 86.416 Haushalten hatten 36,00 % Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre, die bei ihnen lebten. 57,70 % waren verheiratete, zusammenlebende Paare, 9,50 % waren allein erziehende Mütter. 29,00 % waren keine Familien. 22,60 % waren Singlehaushalte und in 7,60 % lebten Menschen im Alter von 65 Jahren oder darüber. Die Durchschnittshaushaltsgröße betrug 2,60 und die durchschnittliche Familiengröße lag bei 3,05 Personen.
Auf das gesamte County bezogen setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 26,80 % Einwohnern unter 18 Jahren, 9,20 % zwischen 18 und 24 Jahren, 29,60 % zwischen 25 und 44 Jahren, 23,80 % zwischen 45 und 64 Jahren und 10,60 % waren 65 Jahre alt oder darüber. Das Durchschnittsalter betrug 36 Jahre. Auf 100 weibliche Personen kamen 102,70 männliche Personen, auf 100 Frauen im Alter ab 18 Jahren kamen statistisch 101,20 Männer.
Das jährliche Durchschnittseinkommen eines Haushalts betrug 46.840 USD, das Durchschnittseinkommen der Familien betrug 53.878 US-Dollar. Männer hatten ein Durchschnittseinkommen von 39.889 US-Dollar, Frauen 28.586 US-Dollar. Das Prokopfeinkommen betrug 22.317 US-Dollar. 8,80 % der Bevölkerung und 6,30 % der Familien lebten unterhalb der Armutsgrenze. 10,90 % davon waren unter 18 Jahre und 6,00 % waren 65 Jahre oder älter.
Liste der Countys in Washington Adams | Asotin | Benton | Chelan | Clallam | Clark | Columbia | Cowlitz | Douglas | Ferry | Franklin | Garfield | Grant | Grays Harbor | Island | Jefferson | King | Kitsap | Kittitas | Klickitat | Lewis | Lincoln | Mason | Okanogan | Pacific | Pend Oreille | Pierce | San Juan | Skagit | Skamania | Snohomish | Spokane | Stevens | Thurston | Wahkiakum | Walla Walla | Whatcom | Whitman | Yakima
47.64-122.65Koordinaten: 47° 38′ N, 122° 39′ W

Kopalnia Węgla Kamiennego Pierwszego Maja

Das Bergwerk Pierwszego Maja (Kopalnia Węgla Kamiennego Pierwszego Maja) ist ein stillgelegtes Steinkohlenbergwerk in Wodzisław Śląski, Polen.

Weil man im Städtedreieck Rybnik – Jastrzemb – Loslau/Wodzisław Śląski zahlreiche Lagerstätten an Fettkohle fand und aufgrund detaillierter Explorationen Flözvorkommen in Höhe von 1 Mrd. t Kokskohle (Stand 1958) fand, plante die polnische Staatswirtschaft die Errichtung zahlreicher Bergwerke in diesem Revier.
Der Ministerrat der Volksrepublik Polen beschloss daher 1950 die Errichtung eines Bergwerks in der südlichen Spitze der Chwałowice-Mulde. Das Bergwerk zwischen den Ortsteilen Wilchwy und Mszana mit einer Berechtsame von 145,04 km² sollte mehrere Flöze mit einer Mächtigkeit von ca. 1 m abbauen, wurde in den Jahren 1952-1960 realisiert und am 1. Mai 1960 in Betrieb genommen. Die Problematik eines hohen Methangehaltes in den Flözen zeigte sich bereits beim Streckenvortrieb, als es während der Bohrarbeiten zu zwei Entzündungen kam. Dass die Errichtung des Bergwerks acht Jahre in Anspruch nahm, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass in dieser Zeit die Lebensmittelversorgung der Bergarbeiter mangelhaft und die Druckluftversorgung unzureichend waren sowie zu wenige Lastkraftwagen zur Verfügung standen.
Es wurden insgesamt vier Schächte abgeteuft, I mit Doppelförderung für Seilfahrt und Materialtransport, II für Skipförderung durch eine Turmförderanlage und die Wetterschächte III und IV in „Mszana“ und „Wodzisław“.
Bis Dezember 1960 trug die Zeche den Namen Mszana, seit dem 1. Januar 1961 hieß sie 1 Maja/1. Mai.
Obwohl die Produktion von 4.200 Tagestonnen im Jahr 1965 auf 6.000 Tagestonnen 1970 gesteigert werden konnte, war das Betriebsergebnis unzureichend. Deshalb wurde 1969 die Förderung von der 250 m Sohle auf Hydrotransport umgestellt und in den Jahren 1970 bis 1972 Schacht IV mit einer Förderanlage und einer Aufbereitung ausgestattet.
Ab 1973 wurden drei Kohlenhobel des Typs „Westfalen-Lünen“ eingesetzt, um auch den Abbau in Flözen, die unter 35° einfallen, zu mechanisieren. 1977 wurde der Hydrotransport der Kohle wieder eingestellt; trotzdem konnte die Produktion auf jährlich 2,6 Mio. Tonnen im Jahr 1981 gesteigert werden. Während dieser Jahre wurden zahlreiche weitere Wetterschächte abgeteuft, so dass das Bergwerk 1984 über insgesamt neun Schächte verfügte.
Ab 1991 schrieb das Bergwerk trotz weiterer Modernisierungen rote Zahlen, so dass man im Jahr 1995 den Zusammenschluss der Bergwerke 1 Maja und Marcel unter dem Namen Marcel in „Wodzislaw Slaski“ verfügte. Am 9. Dezember 2001 wurde das Bergwerk offiziell geschlossen; viele Gebäude wurden zerstört und die Schachte verfüllt. Zahlreiche Untertagebaue blieben erhalten, um gegebenenfalls wieder genutzt werden zu können.
1970: 2,42 Mio. t; 1979: 2,73 Mio. t
Eine nach Jahreszahlen gegliederte Darstellung zur Geschichte des Bergwerks findet sich unter http://www.sitg.rybnik.pl/1/index.php?historia-kwk-1-maja-,29 (letzter Zugriff am 16. Februar 2016)
49.9772818.49703Koordinaten: 49° 58′ 38″ N, 18° 29′ 49″ O

Königs-Zwerggecko

Lygodactylus rex, Paratypus
Der Königs-Zwerggecko (Lygodactylus rex) ist der größte bisher bekannte Vertreter der Gattung der Zwerggeckos (Lygodactylus). Die Art lebt im südöstlichen Afrika.

Mit einer Gesamtlänge von bis zu 100 mm und einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 50 mm gilt der Königs-Zwerggecko als die größte bekannte Art der Gattung der Zwerggeckos. Die einzigen Zwerggecko-Arten, die eine vergleichbare Länge aufweisen, sind Lygodactylus angularis und Lygodactylus picturatus. Lygodactylus rex wird in die Lygodactylus-capensis-Gruppe gestellt und verfügt über kurze Hautspalten unter dem Kinn sowie unregelmäßige, quer vergrößerte Hornschuppen. Oberhalb der Schulter sitzt ein unverkennbarer Augenfleck. Als Grundfarbe des Körpers gibt der Erstbeschreiber „blaugrau“ an.
Der Königs-Zwerggecko ist ausschließlich aus den südostafrikanischen Staaten Malawi und Mosambik bekannt und ist auch dort nur gering verbreitet. Die Typuslokalität des am 23. Dezember 1962 von D. G. Broadley und L. Balarin entdeckten Holotyps, einem adulten Männchen, befindet sich in Malawi, am Fuß des Mulanje-Gebirges, in circa 750 Meter Höhe, auf dem Gelände der Lujeri-Teeplantage.

Frente Nacional de Libertação de Angola

Die Frente Nacional de Libertação de Angola (FNLA, deutsch Nationale Front zur Befreiung Angolas) wurde 1957 als União das Populações do Norte de Angola (UPNA) („Vereinigung der Völker Nordangolas“) gegründet mit dem vorrangigen Ziel, die Interessen der Bevölkerungsgruppe der Bakongo im Nordwesten Angolas zu vertreten. Später wurde sie umbenannt in União das Populações de Angola (UPA; dt. Vereinigung der Völker Angolas). Im Laufe der 1960er Jahre wurde sie zu einer von drei nationalistischen Bewegungen, die einen Guerillakampf gegen die portugiesische Kolonialherrschaft führten. Sie ist heute eine Oppositionspartei in Angola.

Die UPNA war eine von mehreren gegen die Kolonialherrschaft gerichteten Gruppierungen, die sich in den 1950er Jahren unter den Bakongo bildeten – parallel zu ähnlichen Vorgängen in anderen Teilen Angolas. Die ethnische Orientierung der UPNA wurde überdeutlich, als sie unmittelbar nach ihrer Gründung an die Vereinten Nationen eine Petition richtete, um die Wiedererrichtung des Königreiches Kongo zu verlangen. Ihre Organisationszentrale befand sich in der Hauptstadt Zaires, Léopoldville (heute Kinshasa). Schon 1958 veränderte die UPNA jedoch ihren Kurs, begann die Unabhängigkeit Angolas zu propagieren und benannte sich in União das Populações de Angola (UPA; dt. Vereinigung der Bevölkerung Angolas) um. 1962 vereinigte die UPA sich mit einer weiteren anti-kolonialen Gruppe, dem Partido Democratico de Angola (PDA), zur FNLA. Deren Vorsitzender wurde Holden Roberto, der dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahre 2007 innehatte.
Die FNLA bildete in Léopoldville zunächst eine gemeinsame Front mit dem Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA), doch scheiterte dieses Experiment schon nach drei Monaten. Daraufhin rief die FNLA eine „revolutionäre Exilregierung Angolas“ aus (Governo Revolucionário de Angola no Exílio, GRAE). Diese vermied bewusst eine Begrenzung auf ihre ursprüngliche soziale Basis. So gehörten zu ihrer Leitung auch zwei Führungsfiguren aus der Ethnie der Ambundu und ihr Außenminister wurde Jonas Savimbi von den Ovimbundu, der spätere Gründer der UNITA. Mit Hilfe des zairischen Präsidenten Mobutu Sese Seko begann sie mit dem Aufbau eines militärischen Arms, des ELNA (Exército de Libertação Nacional de Angola, Heer zur nationalen Befreiung Angolas), das während einiger Jahre auch die Hilfe Chinas erhielt. Ein weiterer Versuch zur Bildung einer gemeinsamen Front mit der MPLA und anderen Gruppierungen, unternommen auf Drängen des Präsidenten des Kongo-Brazzaville, Fulbert Youlou, scheiterte 1962. Damit waren endgültig die Weichen gestellt für einen Unabhängigkeitskampf in Angola, den verschiedene Bewegungen neben- und gegeneinander führten.
Der Beitrag der FNLA zu diesem Kampf war zwar historisch bedeutsam, insgesamt aber gering. Schon 1961 hatte ihre Vorform UPA in den nordwestlichen Distrikten Angolas, besonders der heutigen Provinz Uíge, einen Aufstand ausgelöst, der zu einem Flächenbrand wurde und dessen symbolische Bedeutung kaum zu überschätzen war. Militärisch wurde er jedoch von den eilig verstärkten portugiesischen Truppen relativ rasch niedergeschlagen. In der Folgezeit gab es hier nur ein ganz geringes Maß an Guerillatätigkeit seitens der FNLA, obwohl diese inzwischen im Zaire, in einer ihr zugeteilten Militärbasis in Kinkuzu, über mehrere Tausende Soldaten verfügte. Im Nordwesten Angolas kam es Mitte der 1960er Jahre zu offenen Feindseligkeiten zwischen FNLA und MPLA, da letzteres in der heutigen Provinz Cuanza Norte eine Guerillabasis errichtet und dazu den Zugang über „FNLA-Gebiet“ benötigte. Ende der 1960er Jahre errichtete die FNLA (von Katanga aus) eine Guerillabasis in Ostangola, nördlich von Luena, die jedoch kaum tätig wurde. Anfang der 1970er Jahre stellte die FNLA – wie ihrerseits auch MPLA und UNITA – keine wirkliche Gefahr mehr für die portugiesische Kolonialmacht dar.
Als Portugal 1974 seine Absicht ankündigte, sich aus seinen Kolonien zurückzuziehen, drang die FNLA von Zaire aus sofort mit massiven Militärkräften nach Angola ein und demonstrierte Präsenz nicht nur im Nordwesten, dem Siedlungsgebiet der Bakongo, sondern sehr stark auch in Luanda sowie, weniger stark, in den wichtigsten Städten von Mittel- und Südangola. Ihr Versuch, Luanda zu erobern, scheiterte am Widerstand der MPLA, die inzwischen durch kubanische Truppen verstärkt worden war und die Unterstützung der Sowjetunion erhielt. Die FNLA verbündete sich daraufhin mit der UNITA, der dritten antikolonialen Bewegung. Es entwickelte sich ein blutiger Entkolonisierungskonflikt, in den aufseiten von FNLA /UNITA vor allem die USA und das Apartheidregime Südafrikas eingriffen. Gemeinsam riefen beide am 11. November 1975 in der Stadt Nova Lisboa (heute Huambo) die Unabhängigkeit Angolas aus, während die MPLA dasselbe in Luanda tat. In den folgenden Monaten gewann die MPLA-Regierung militärisch die Oberhand. Die „Gegenregierung“ in Huambo löste sich auf, ebenso wie der militärische Arm der FNLA. Diese begann ein politisches Schattendasein, während die UNITA einen Guerillakrieg gegen die MPLA-Regierung aufnahm.
Nach der Unabhängigkeitserklärung errichtete die MPLA einen Einparteienstaat nach (damals) osteuropäischem Muster. Andere politische Organisationen, auch die FNLA, hatten also keinen Platz in diesem System. Während die UNITA unter diesen Umständen den militärischen Kampf gegen die MPLA fortsetzte und so den Bürgerkrieg in Angola einleitete, nahm die FNLA daran nur im Anfang kurz teil. Es zeichnete sich bei ihr vielmehr ein Zerfallsprozess ab, der sich z. B. daran ablesen ließ, dass Holden Robert sich jahrelang nach Paris zurückzog und verschiedene führende Köpfe der Bewegung (Johnny Pinnock, Henrik Vaal Neto u. a.) zur MPLA überliefen und in Luanda Regierungsfunktionen übertragen bekamen.
Als die MPLA sich entschloss, zu einem Mehrparteiensystem überzugehen und dazu 1992 eine neue Verfassung verabschiedete, gründete sich die FNLA in aller Form als politische Partei. Bei der Parlamentswahl 1992 erreichte sie jedoch nur 2,4 % der Wählerstimmen, Holden Roberto bei der Präsidentenwahl sogar nur 2,1 %. Dieses Ergebnis spiegelte den enormen Verlust an Glaubwürdigkeit wider, den die Partei unter den Bakongo erlitten hatte. Daraus ergab sich für die FNLA die akute Gafahr, in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Eine gewisse Aufwertung erfuhr sie, als das MPLA 1997 die Initiative ergriff, eine „Regierung der nationalen Einheit und Versöhnung“ (Governo de Unidade e Reconciliação Nacional, GURN) zu bilden, an der auch Minister von FNLA und UNITA teilnahmen. Die Lage der FNLA verschärfte sich jedoch, als sich 1999 innerhalb der Partei zwei Flügel herausbildeten, der eine „präsidententreu“, der andere geführt von Lucas Ngonda, einem Dozenten für Soziologie an der Universidade Agostinho Neto in Luanda. Als Holden Roberto 2007 starb, wurde zunächst Ngola Kabangu, eine der historischen Führungsfiguren der FNLA, zu seinem Nachfolger gewählt, doch wurde dessen Wahl 2009 vom Verfassungsgericht für ungültig erklärt. Noch 2009 wurde jedoch Lucas Ngonda zum Vorsitzenden gewählt, aber seine Gegner fochten die Wahl an und das Verfassungsgericht erklärte 2010 auch seine Wahl für ungültig. Inzwischen war bei der zweiten Parlamentswahl im Jahre 2008 der Stimmenanteil der FNLA auf 1,11 % geschrumpft. Sie ist damit zwar noch mit 3 Abgeordneten im Parlament vertreten, hat aber politisch jedes Gewicht verloren. bei den Wahlen zur Nationalversammlung Angolas 2012 wiederholte sie in etwa das Ergebnis von 2008, errang damit aber nur noch 2 Sitze.

Euro Hockey Challenge 2013

Die Euro Hockey Challenge 2013 war die dritte Austragung des von der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF organisierten gleichnamigen Wettbewerbs. Der Wettbewerb begann am 5. April 2013 und endete am 20. April 2013. Die Spiele der inoffiziellen Eishockey-Europameisterschaft dienten für die Nationalmannschaften als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden im Jahr 2013.

Teilnahmeberechtigt waren die besten zwölf europäischen Mannschaften der IIHF-Weltrangliste.
Für die Austragung 2013 waren dies: Schweden Schweden Finnland Finnland Norwegen Norwegen Tschechien Tschechien Schweiz Schweiz Weissrussland Weißrussland Slowakei Slowakei Danemark Dänemark Russland Russland Deutschland Deutschland Frankreich Frankreich Lettland Lettland

Gespielt wird im Drei-Punkte-System, das heißt für einen Sieg bekommt die jeweilige Mannschaft drei Punkte, bei einem Overtime-Sieg zwei Punkte, bei einer Niederlage nach Verlängerung einen Punkt. Pro Saison bestritt jedes Team sechs Spiele.
Während des Turniers spielt jede Mannschaft sechs Spiele. Zwischen zwei Mannschaften werden in der Regel jeweils zwei Spiele innerhalb von zwei oder drei Tagen in einem Land gespielt. Alle Spiele werden in eine Tabelle aufgenommen.
Gemäß der IIHF-Weltrangliste werden die zwölf Nationen in drei Pools eingeteilt. Dabei bildeten die ersten drei Teams Pool A, die nächsten drei Teams Pool B, die nächsten Pool C und die drei letzten Teams Pool D. Der Modus sah vor, dass eine Mannschaft aus Pool A gegen die drei Mannschaften des Pools C spielt und eine Mannschaft aus Pool C gegen die drei Mannschaften aus Pool A. Eine Mannschaft aus Pool B spielt gegen die Mannschaften aus Pool D und vice versa.
2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015

Georg von Sodenstern

Georg von Sodenstern (* 15. November 1889 in Kassel; † 20. Juli 1955 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 19. Armee im Zweiten Weltkrieg.

Georg von Sodenstern trat nach seiner Kadettenausbildung am 13. März 1909 als Fähnrich in das 3. Oberschlesische Infanterie-Regiment Nr. 62 ein, in dem er am 27. Januar 1910 zum Leutnant befördert wurde. Mit seinem Regiment zog er 1914 als Kompanieoffizier in den Ersten Weltkrieg. Am 25. Februar 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Krieg wurden von Sodenstern beide Klassen des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 18. August 1917 wurde er zum Hauptmann befördert.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in die Reichswehr übernommen und zunächst im Reichswehr-Infanterie-Regiment 27 eingesetzt. Es folgte die Verwendung als Kompaniechef im 6. Infanterie-Regiment.
1924 wurde er als Stabsoffizier zum Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. 1925 kam er in den Generalstab des Infanterieführers III nach Potsdam. 1926 erfolgte die Versetzung in die Heeres-Organisationsabteilung (T 2) beim Reichswehrministerium in Berlin. Im folgenden Jahr wurde er direkt dem Truppenamt zugeteilt und wurde am 1. Februar 1928 zum Major befördert. 1931 wurde er dann zum Adjutanten des Chefs des Truppenamtes ernannt. Als solcher wurde Georg von Sodenstern am 1. Oktober 1932 zum Oberstleutnant und am 1. September 1934 zum Oberst befördert.
Am 15. Oktober 1935 übernahm er als Kommandeur das neuaufgestellte Infanterie-Regiment 65 in Delmenhorst. Dieses Amt gab er im August 1937 ab und wurde anschließend Chef des Generalstabs des VI. Armeekorps in Münster. Nachdem er am 1. März 1938 zum Generalmajor befördert worden war, wurde von Sodenstern am 1. Dezember 1938 Chef des Generalstabs beim Gruppenkommando 2.
Bei der Mobilmachung zum Zweiten Weltkrieg wurde er Chef des Generalstabes der Heeresgruppe C unter Wilhelm Ritter von Leeb, welche während des Polenfeldzugs für die Verteidigung der Westgrenze zuständig war. Am 1. Februar 1940 erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant. Am 6. Februar 1940 wurde er Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A unter Generaloberst Gerd von Rundstedt, mit der er am Westfeldzug teilnahm. Am 19. Juli 1940 wurde er hierfür mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und am 1. August 1940 zum General der Infanterie befördert. Aufgrund der Ernennung Rundstedts zum Oberbefehlshaber West im Oktober 1940 blieb er danach bis Anfang 1941 im Westen tätig.
Durch die Umbenennung der Heeresgruppe A zu Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurde von Sodenstern nun Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Süd. Hier diente er unter den Generalfeldmarschällen von Rundstedt, Walter von Reichenau und Fedor von Bock.
Bei der Teilung der Heeresgruppe für die bevorstehende Sommeroffensive Fall Blau Anfang Juli 1942 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B unter Maximilian von Weichs ernannt. Für seine Leistungen in dieser Funktion wurde ihm am 2. Januar 1943 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Im Juli 1943 wurde er in die Führerreserve versetzt.
Am 13. August 1943 wurde von Sodenstern wieder aktiviert und im Westen Oberbefehlshaber der Armeegruppe Felber, aus der er die 19. Armee aufstellte. In dieser Funktion war er unter anderem verantwortlich für die deutschen Maßnahmen im italienischen Besatzungsgebiet in Südfrankreich beim Kriegsaustritt Italiens. Ende Juni 1944 wurde von Sodenstern durch General der Infanterie Friedrich Wiese abgelöst und aus der Wehrmacht ehrenvoll verabschiedet.
Ab 1946 wirkte Sodenstern im Rahmen der deutschen Abteilung der kriegsgeschichtlichen Forschungsgruppe der United States Army, der Operational History (German) Section der „Historical Division“, an der Ausarbeitung von Studien zum Zweiten Weltkrieg mit. Sodenstern präsidierte seit 1954 einem „Arbeitskreis für Wehrforschung“ als Galionsfigur, tatsächlicher Macher war Jürgen Rohwer. Die beiden gaben von da an eine Wehrwissenschaftliche Rundschau heraus, die zuvor seit 1950 im Verlag E.S. Mittler & Sohn verlegt worden war, später bei Lehmanns in München. Aufgabe dieses Vereins war die „Verbreitung von historischen Themen über das Wehrwesen“. Den Verein finanzierte die Dienststelle Blank, der getarnte Vorläufer der Bundeswehr, mit hohen Mitteln laufend aus dem Etat des Bundespresseamtes.
Sodenstern starb am 20. Juli 1955 in Frankfurt am Main.

Angela Migliazza

Migliazza beim SC Sand (2016)
Angela Migliazza (* 28. Juli 1984) ist eine deutsche Fußballspielerin, die beim Erstligisten SC Sand unter Vertrag steht.

Migliazza begann ihre Karriere 1991 in der männlichen F-Jugend des SV Ödsbach und wechselte 1999 in die Jugendabteilung des SC Sand. Seit Einführung der 2. Bundesliga zur Saison 2004/05 bestritt Migliazza 193 Zweitligapartien für die Willstätterinnen und ist damit aktuell (Stand: Saisonende 2013/14) vor ihren (ehemaligen) Teamkolleginnen Christine Veth und Désirée Schneider Rekordspielerin der 2. Bundesliga Süd.
In der Saison 2013/14 gelang ihr mit ihrer Mannschaft als Meister der 2. Bundesliga Süd der Aufstieg in die Bundesliga, wo sie am 31. August 2014 (1. Spieltag) beim 1:1 gegen den FF USV Jena debütierte.
Migliazza arbeitet hauptberuflich als diplomierte Bankkauffrau.
Sinah Amann | Anne van Bonn | Nina Burger | Jovana Damnjanović | Louisa Frank | Noémie Freckhaus | Alexa Gaul | Chioma Igwe | Kristina Kober | Maria Korenčiová | Sabrina Lang | Saskia Meier | Isabelle Meyer | Angela Migliazza | Cecilie Sandvej | Claire Savin | Julia Schneider | Dominika Škorvánková | Sabine Stoller | Christine Veth | Laura Vetterlein | Jana Vojteková | Stéphanie Wendlinger | Julia Zirnstein
Trainer: Alexander Fischinger

Peter Karl Attenhofer

Peter Karl Attenhofer (* 17. Juni 1765 in Zurzach; † 28. Januar 1844 ebenda; heimatberechtigt in Zurzach) war ein Schweizer Politiker. Von 1803 bis 1806 war er Regierungsrat des Kantons Aargau.
Ab 22. März 1798, nach dem Rücktritt des letzten Landvogts während des Franzoseneinfalls, war Attenhofer Mitglied der provisorischen Regierung der Stadt Baden und der Grafschaft Baden. Knapp einen Monat später, am 19. April, folgte die Wahl in den Senat der Helvetischen Republik. Im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung wehrte er sich 1802 gegen eine Verschmelzung des Kantons Baden mit dem Kanton Aargau.
Nachdem Napoleon Bonaparte mit der Mediationsakte die Auflösung des Kantons Baden verfügt hatte, wurde Attenhofer am 26. April 1803 in die Kantonsregierung gewählt. Er übernahm das Departement für Abgaben und hatte dieses Amt bis 1806 inne. Anschliessend war er bis 1808 Appellationsrichter, danach bis 1831 Bezirksamtmann in Zurzach. Dem Grossen Rat gehörte er ununterbrochen von 1803 bis 1834 an.